Stellungnahme zum Bericht des Kölner Stadt Anzeigers vom 27.10.2017 „Streit über Mitwirkung von Migranten“

Kölner Stadt-Anzeiger vom 27.10.2017

Stellungnahme:

Jenni Gröhlich (Gönül Gröhlich-Ulmke)
stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates Menden (Sauerland)
Deligierte des Landesintegratonsrates NRW
Politbloggerin (www.jennigroehlich.de)

Zunächst möchte ich Tayfun Keltek außerordentlichen Respekt aussprechen, für die von ihm erbrachten Leistungen in der Integrationsarbeit. Ohne Herrn Keltek würde es wahrscheinlich keine Integrationsräte in den Kommunen geben, bzw. keinen Landesintegrationsrat.
Natürlich kann ich Herrn Keltek verstehen, wenn er Angst um sein Lebenswerk hat, nur ein „weiter so“, kann ich in keinster Weise unzerstützen.

Die Aussage von Frau Güler, bezüglich der „Kaffeekränzchen“, kann ich nur unterstreichern. Die Wahlbeteiligung der Integrationsräte war in den vergangenen Jahren extremst gering und wurde auch so hingenommen. Ich bin auch bei Frau Güler, wenn sie sagt, das „schmälert nicht nur die demokratische Legitimation der Vertreter, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die mangelnde Akzeptanz der Gremien“.

Für mich persönlich ist wichtig, in der Sache muss sich etwas ändern. Integration ist eine der großen Herausforderungen unserer Zukunft. Damit darf man jetzt nicht lapidar umgehen, nur weil man an alten Zöpfen festhalten möchte. Integration, genauso wie die Integrationsräte, müssen aus ihrer Alibi-Funktion raus. Symbolpolitik bringt uns hier nicht weiter. Was uns aber auch nicht weiter bringt ist dieses parteipolitische Unterlaufen des Landesintegrationsrates. Ein Landesinteggrationsrat sollte sich nicht von den Karren einer einzelnen Partei spannen lassen. Genauso wenig wie Migranten an sich. Das hat mich schon immer gestört… jedoch der Samstag im Hauptausschuss Landesintegrationsrat (21. Oktober 2017), dem ich als Deligierte beiwohnte, hat dem Fass den Boden rausgehauen. Ich hatte den Eindruck, dass ich auf einem SPD-Parteitag gewesen wäre, aber da Minister Dr. Joachim Stamp anwesend war und einige aus der Deligiertenreihe „ich bin bei der CDU“ riefen, war ich als parteilose wohl doch bei der richtigen Veranstaltung. Wenn es nicht so traurig gewesen wäre…würde ich lachen.
Ich möchte mich von all diesem Parteien-hin-und-her, diesem ˋeinfach weiter soˋ, sowie von den dort verabschiedeten Resolutionen distanzieren.
Integration ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich möchte mehr Verbindlichkeiten in die Sache bringen, auch in den einzelnen Kommunen, damit man z.B. einfach auch ein Stimmrecht hat…was man ja im Moment leider nicht hat.
Ich habe Fragen über Fragen, natürlich auch an Herrn Minister Stamp, wer da nun entscheiden soll, wer in die Räte kommt und wer nicht. Aus den Worten des Herrn Ministers konnte man entnehmen, dass auch er und sein Ministerium noch in den Anfangsschuhen der Konzeptionierung befinden…so wie ich es verstanden haben, soll es Ziel sein bis 2020 ein neues Konzept zu erstellen.
Ich würde dem Landesintegrationsrat empfehlen, die eingebrachte Negativ-Energie für solche Auseinanderseztungen zu sparen und anstattdessen in die Neuerstellung eines Konzeptes zu stecken und mit der Landesregierung gemeinsam, einen neuen Weg zu bestreiten, der dringend notwendig ist. Dabei würde ich das Integrationsministerium gerne mit meinen Erfahrungen unterstützen.
In meiner Heimatkommune Menden (Sauerland) wird die Integrationsarbeit durch Politk, Wirtschaft, Ehrenamt & Stadtverwaltung gestützt. Es ist ein Hand-in-Hand-Wirken, und nicht, dem auch bei uns schwachen Integrationsrat mit fehlenden Kompetenzen, zu verdanken. Trotz der vielen Herausforderungen wird in meiner Heimatstadt Menden (Sauerland) über Integration nicht nur geredet… sie wird gelebt.

Mit freundlichen Grüßen,
Jenni Gröhlich

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